Medizinisches Wörterbuch Lymphologie
Oliver Gültig, Joachim Winter

Als erstes Schulungsunternehmen in der Lymphologie haben wir ein lymphologisches Wörterbuch für Sie erarbeitet, das Ihnen Ihre Arbeit im ärztlichen oder physiotherapeutischen Alltag erleichtern kann. Oliver Gültig, Joachim Winter und Stefan Hemm haben hier ca. 1.200 Fachbegriffe die rund um die Lymphologie gebräuchlich sind zusammengetragen. Die Begriffe sind alphabetisch geordnet und zu jedem Begriff finden Sie deren Bedeutung und / oder kurze Erklärungen. Das "Medizinische Wörterbuch Lymphologie" finden Sie auch bei unseren Downloads als PDF-Datei.

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A f, pl Aa: Arterie, Arterien

Abdominale Atmung f: Syn: Bauchatmung; s. u. Thorakale / abdominale Wechselatmung.

adjuvant adj (adjuvant): förderlich, helfend, unterstützend.

Ablatio f: 1. Abtrennung, Ablösung, Abhebung, Ablation; 2. operative Entfernung, Abtragung, Amputation.

Ablatio mammae f: Brustentfernung, Brustdrüsenentfernung, Mammaamputation à Mastektomie. 

ablativ adj: chirurgisch entfernend, amputierend.

Abneigung gegenüber Fleisch, plötzliche: Wenn im Vorfeld ein Karzinom* oder Sarkom* diagnostiziert wurde kann dies ein Hinweis auf ein erneutes Auftreten der Grunderkrankung sein; s. a. Raumfordernder Prozess.

Adventitia f: à Tunica adventitia; äußere Schicht bei Blutgefäßen und Lymphkollektoren; in und auf der Adventitia befinden sich die Vasa vasorum*.

Afferentes Lymphgefäß nt: Lymphgefäß, welches die Lymphe zum Knoten leitet.

AIK: à Apparative intermittierende Kompressionstherapie, apparative Ödemexpression, Intermittierende Kompressionstherapie, Pneumomassage.

AIP: Anamnese, Inspektion, Palpation; Basisdiagnostik beim Lymphödem; nur in wenigen Fällen ist dies nicht ausreichend und bedarf einer speziellen Diagnostik (Lymphszintigraphie*, indirekte Lymphographie*).

Akinetisches Ödem nt: à Inaktivitätsödem.

Aktive Hyperämie f: à Hyperämie, Mehrdurchblutung, aktive; Ein durch ein Sinken des Tonus (Dilatation) in der präkapillären Arteriolenmuskulatur hervorgerufene Mehrdurchblutung im Kapillarbereich. Als Folge entsteht eine Steigerung des BKD*.

Akute tiefe Beinvenenthrombose f: Syn: TVT; Entsteht meist im Bereich einer Klappentasche der Vene; wächst proximal o./ u. distal durch Anlagerung weiter; mit einhergehender Entzündung der Venenwand und auftretendem Fieber mit beschleunigter Blutsenkung; die lokale Entzündung breitet sich auf das subfasciale* Lymphgefäßsystem und die Arterien aus, da die Gefäße sich in einer gemeinsamen Gefäßscheide befinden; die Umgehungskreisläufe mit wesentlich engeren Kollateralvenen verursachen einen erhöhten Strömungswiderstand; als Folge entsteht eine passive Hyperämie; s. a. passive Hyperämie, ambulatorische venöse Hypertension, Chronisch venöse Insuffizienz

Akzessorische Weg  der Nackenlymphgefäße: Verläuft entlang des Nervus accesorius caudal, wird durch die Lnn. accessorii unterbrochen und endet in den Lnn. cervicales inferior.

Albumin f (albumin): Globuläres wasserlösliches Eiweiß; wird hauptsächlich in der Leber gebildet; wichtigstes Eiweiß des Blutplasmas (50-60% der Plasmaproteine); Hauptaufgabe: nicht veresterte Fettsäuren, Vitaminen, Magnesium, Calcium, Spurenelementen und Pharmaka, Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Druckes*; s. a. Plasmaproteine.

Algodystrophie f: à Complex regionales Schmerz Syndrom.

ambulare vb: lat.; umhergehen.

Ambulatorische venöse Insuffizienz f: Versagen der venösen Haut-, Muskel- und Gelenkpumpe bei Bewegungen. Als Ursache kommen valvuläre (Klappen) und murale (Wand) Insuffizienzen in Frage. Als Folge entstehen retrograd gerichtete Flussrichtungen zu dem Bereich des geringsten Widerstandes hin = Hautoberfläche (extrafascial) und distal.

Ambulatorische venöse Hypertension f: Im Rahmen der CVI* der unteren Gliedmaßen auftretende Druckerhöhung in den Venen. Dieser physiologisch normale Prozess lässt sich durch das Gehen nicht mehr wie normal, von 100 mm Hg im Stehen auf 30 mm Hg beim Gehen verringern. Es kann sich daraus eine ambulatorische Hypertension* / Hypervolämie*, s. a.  passive Hyperämie  entwickeln.

Anastomose f: Einmündung.

Anastomose, axillo–axilläre f: Syn: Inter-axilläre Anastomose; Ventral und dorsal bestehende Verbindung zwischen den oberen Rumpfterritorien*; Lymphkollektoren*, welche die " Sagitale Wasserscheide"* überbrücken und Lymphe* in das benachbarte Territorium* ableiten können. Lage: Bereich um die Schnittpunkte der Linien –Sagitale Wasserscheide* und der Verbindungslinie zwischen den vorderen und hinteren Axillarfalten.

Anastomose, axillo-inguinale f: Ventral bestehende Verbindung zwischen den ipsilateralen Rumpfterritorien*. Lymphkollektoren*, welche die " Transversale Wasserscheide"* überbrücken und Lymphe* in das benachbarte Territorium* ab/umleiten können. Lage: Bereich um die Spitze der 10. Rippe. Schnittpunkt der Linien, transversale Wasserscheide und Verbindungslinie zwischen der vorderen Axillarfalte und dem Femoralispuls in der Leistenbeuge.

Anastomose, inguo-inguinale f: Syn: Inter-inguinale Anastomose; Ventral und dorsal bestehende Verbindung zwischen den unteren Rumpfterritorien*. Lymphkollektoren*, welche die " Sagitale Wasserscheide"* überbrücken und Lymphe* in das benachbarte Territorium* ableiten können. Lage: Bereich um die Schnittpunkte der Linien –Sagitale Wasserscheide* und der Verbindungslinie zwischen den Femoralispulsen in den Leistenbeugen.

Anastomose, lymphatische f: Bestehende Verbindung zwischen Lymphkollektoren* / -territorien*.

Anastomose, lympho-lymphatische f: Bestehende oder sich bildende Verbindung zwischen Lymphgefäßen/-territorien. Es gibt präformierte*, durch die Angiogenese* nach Schäden oder durch mikrochirurgische Maßnahmen geschaffene Formen.

Anastomose, lymphonodo-venöse f: Durch eine mikrochirurgische Maßnahme geschaffene Verbindung zwischen einem vorher gespaltenen und in eine Vene eingenähten Lymphknoten.

Anastomose, lympho-venöse f: Präformierte* Formen stellen die beiden Abflüsse des Ductus thoracicus* und des Ductus lymphatikus dexter* in den linken und rechten Venenwinkel* (Angulus venosus*) dar. Bei der nach traumatischen Schäden einsetzenden Angiogenese können diese Verbindungen spontan entstehen. Mikrochirurgische Schaffung einer lympho-venösen Anastomose bei der chirurgischen Lymphödembehandlung.

Angeborenes Ringband nt: Hervorgerufen wird diese ringförmige Abschnürung durch die Nabelschnur oder einem amnionitischen Band im Mutterleib. Es kann eine dauerhafte lymphatische und oder venöse Abflussbehinderung dadurch auftreten. Hierdurch kann ein angeborenes sekundäres Lymphödem*(Lymphödema congenitum*) oder ein Latenzstadium* entstehen.

Angiitis f: Gefäßwandentzündung; s. a. Lymphangiitis.

Angiodysplasie f:  Angeborene arterielle, venöse oder lymphatische Gefäßmissbildung.

Angiogenese f (angiogenesis): Neubildung von Blut- und Lymphgefäßen; s. a. Angiogenese-Faktoren.

Angiogenese-Faktoren pl (angiogenesis factors): Syn: VGF; Substanzen, welche die Neubildung von Gefäßen fördern.

Angiographie f: Bildgebende Darstellung der Gefäße mittels eines darstellbaren Kontrastmittels.

Angiom nt: Syn: Angioma; tumorartige Gefäßneu- oder Gefäßfehlbildung; s. a. Häemangiom, Lymphangiom.

Angion nt: gr: aggeion Gefäß Syn: Lymphangion, s. a. Paternostereffekt, Lymphangiomotorik. Lymphgefäßabschnitt, welcher durch ein proximales und distales Klappenpaar begrenzt wird; kleinste funktionelle Einheit des LGS* mit autochthonen Mechanismen*, welche die Angiomotorik* auslösen; autochthone - und Hilfsmechanismen* bilden die treibende Kraft der Lymphströmung. der die Länge eines Angions beträgt in den peripheren Gefäßen ca. das 10-fache des Gefäßdurchmessers. Im zentralen Gefäßen bis zu 10 cm (D. thoracicus);

Angioödem nt, hereditäres: s. u. hereditäres Angioödem.

Angio-osteo-hypertrophisches Syndrom nt: s. u. Klippel-Trénaunay-Weber-Syndrom. 

Angiosarkom nt: Syn: à Stewart-Treves Syndrom, veraltet: Lymphangiosarkom, Artverwandt: Kaposi-Syndrom bei AIDS. Meist tödlich verlaufende Komplikation des unbehandelten Lymphödems. Von sarkomatös entarteten Blutendothelzellen ausgehend; schnelle Metastasenbildung. Kann im zweiten und dritten Stadium* des Lymphödems auftreten. Das sichtbare Symptom: Kleine an Hämatome erinnernde Flecken in der Haut, welche sich langsam vergrößern und nicht den zeitlich typischen Farbwechsel eines Hämatoms aufweisen.

Angulus venosus, - dexter, -sinister m: à Venenwinkel; wird durch die Vv. subclavia und jugularis interna beidseits gebildet. Einmündungsstelle der beiden Hauptabflüsse (Ductus thoracicus*, Ductus lymphatikus dexter*) des lymphatischen Systems ins venöse Blut.

Ankerfasern f, pl: Elastine und kollagene Fibrillen, welche venöse und lymphatische Gefäße  mit dem Interstitium verbinden. Übertragen mechanische Zugkräfte auf die Gefäße, und können über den auf die Gefäßwände wirkenden Zug die Eigenmechanismen des LGS* aktivieren bzw. beeinflussen. Im Bereich des Lymphsinus* über die Basalmembran* für die Steuerung der Open junktion* (Schwingende Zipfel*) verantwortlich. Sind für die Aufrechterhaltung des Gefäßlumens verantwortlich. Elastine Fasern gehen durch eine Polymerisationsstörung beim Lymphödem zu Grunde / werden nicht mehr gebildet.

Ankerfilamente f, pl: à Ankerfasern.

Antriebslosigkeit f: Wenn im Vorfeld ein Karzinom* oder Sarkom diagnostiziert wurde kann dies ein Hinweis auf ein erneutes Auftreten der Grunderkrankung hinweisen; s. a. Raumfordernder Prozess.

Anziehhilfe f: Über verschiedene Firmen werden spezielle Hilfen, welche das Anziehen von maßgefertigten Kompressionsstrümpfen erleichtern, angeboten. Anziehhilfen können über den Sanitätsfachhandel bezogen werden.

Antriebslosigkeit f: Wenn im Vorfeld ein Karzinom* oder Sarkom diagnostiziert wurde kann dies ein Hinweis auf ein erneutes Auftreten der Grunderkrankung hinweisen; s. a. Raumfordernder Prozess.

Aplasie f: Fehlen eines Organs infolge einer Entwicklungsstörung. In der heutigen Klassifikation des Lymphödems wird mit dem Begriff Aplasie das teilweise Fehlen von bestimmten Abschnitten des LGS definiert. Zum Beispiel das Fehlen der initialen Lymphgefäße* bei familiär auftretenden primären Lymphödemen*. Das vollkommene Fehlen des lymphatischen Abflusses aus einer Extremität würde nach Clodius zum Tode führen.

Apparative intermittierende Kompressionstherapie: Syn: AIK, Intermittierende Kompressionstherapie, Pneumomassage; Wird zur Entstauung eines Lymphödems* und Ödemen im Rahmen der CVI* benutzt. Die alleinige Anwendung beim Lymphödem ist obsolet*. Es widerspricht sämtlichen therapeutischen Vorgaben und Zielsetzungen. Sollte nur bei vollkommen freien Rumpfquadranten* vor und nach der Anwendung der KPE erfolgen. Die Anwendung sollte auf Grund der Risiken nur unter stationärer oder kontrolliert ambulanter Aufsicht / Kontrolle durchgeführt werden. Bei falschem Gebrauch besteht bei Beinlymphödempatienten ein hohes Risiko ein Genitallymphödem zu entwickeln. Eine alleinige Behandlung lymphostatischer Ödeme gilt als Kunstfehler und ist kontraindiziert.
Von verschiedenen Herstellern produzierte Geräte, welche über eine Luftkammermanschette ödematisierte Gliedmaße auspressen. Es gibt 1. Einkammergeräte, 2. Mehrkammergeräte; die Geräte arbeiten mit einstellbaren Druckamplituden, wobei die Zeitdauer des Druckanstieges, die bestehende Druckzeit und der Druckabbau frei einstellbar sind. Die Manschettenform reicht von Teilmanschetten / Ganzmanschetten einer Extremität bis zu Extremitätenmanschetten mit Rumpfteil. Aus praktischer Erfahrung sollten Mehrkammergeräten mit frei einstellbaren Druck-/ Zeitparametern der Vorzug gegeben werden.

Aprosexia nasalis f: (gr. aprosexia = Unaufmerksamkeit); Durch rekurrierende Infekte der oberen Luftwege hervorgerufene Herabsetzung der geistigen Leistungsfähigkeit. Kann als Symptom einer lymphostatischen Encephalopathie interpretiert werden.

Arbeitsdruck m: Druckwiderstand den eine Wickelung (Verband) gegenüber der sich bei Arbeit ausbreitenden Muskulatur und Gewebe aufbaut; wird in Kraft pro Flächeneinheit angegeben und resultiert aus der Zugstärke der Binde, der Anzahl der Bindenlagen und der Vordehnung bei der Wickelung. Regel; je geringer die Dehnbarkeit der Bind umso höher ist der Arbeitsdruck.

Arteria f, pl -ae: Dreischichtige Blutgefäße mit kräftiger Muskulatur, welche das Blut vom Herz weg in die Peripherie befördern.

Arterieller Schenkel der Blutkapillare m: Betrifft die funktionelle Einteilung der Blutkapillare in einen arteriellen (zuflussseitigen) und venösen (abflussseitigen) Schenkel. Als arterieller Schenkel wird jener Gefäßabschnitt bezeichnet, in welchem ultrafiltriert wird.

Arteriole f, präkapilläre: s. a.  Peripherer Widerstand; Präkapilläre Arteriole; Kleinste, sich unmittelbar vor den Kapillaren befindliche Arterie. Ihr Durchmesser beträgt < 50 µm. Sie reguliert über Tonusänderung ihrer Muskulatur die Zuflussmenge in die nachgeschalteten Blutkapillaren und damit direkt den s. a. Blutkapillardruck* (BKD)*. Im Schnitt versorgt eine präkapilläre Arteriole 100 Kapillaren.

Arterio-venöser Druckgradient m: Als arterio-venöser Druckgradient wird der Unterschied zwischen dem Aortenduck und dem Druck in der rechten Herzkammer bezeichnet. Beim liegenden Menschen beträgt er in der Aorta 100 mm Hg und im re. Vorhof +/-  0 mm Hg = 100 mm Hg; der Druckgradient ändert sich beim Gesunden auch durch orthostatische Einflüsse nicht, z. B. beim Liegenden in den präkapillären Arteriolen des Fußes 85 mm Hg – in den postkapillären Venulen 10 mm Hg = 75 mm Hg Druckgradient; beim Stehenden 185 mm Hg – 110 mm Hg = 75 mm Hg. Die Veränderung des Gradienten spielt in der Pathologie von hämodynamischen* / kardialen Ödemen* eine entscheidende Rolle. Grundlage für die Entwicklung dieser Ödeme ist die Folgen der passiven Hyperämie*; s. a. Orthostatische Drucksteigerung;

Arthrogenes Stauungssyndrom nt: Gelenkbedingte Schwellung; Wird die durch eine schwere Gelenkserkrankung und der daraus folgenden Bewegungsarmut verursacht. Durch dem Ausfall der Haut-* / Muskel-* / Gelenkpumpe* führt dies zu einer ambulatorischen venösen Hypertension* / Hypervolämie*.

artifiziell adj.: künstlich, nicht natürlich.

Artifizielles Lymphödem nt: künstlich erzeugtes Lymphödem, s. a. Sekundäres Lymphödem, Ein durch Selbstverstümmelung des Patienten verursachte Form des sekundären Lymphödems. Als Ursache kommen psychische Probleme aber auch versicherungsrechtliche Aspekte (Rente, Arbeitsunfähigkeit) in Frage. Als Leitsymptome können atypischer Verlauf, Ausdehnung oder Begrenzung, Farbe und oftmals ringförmige Abschnürungen angeführt werden. Oftmals nach Traumen ohne einen direkten Bezug zu diesem Ereignis. Differenzialdiagnose zu CRPS*.

ascendierend adj: aufsteigend, ansteigend, stärker werdend; beim Lymphödem bedeutet dies, einen distalen Ödembeginn.

Ascites f: Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum (Bauchhöhle).

Aseptische Entzündung f: Tritt bei allen Verletzungen / Schäden / OP's auf; in der Entzündungsphase werden durch das Räumen des betroffenen Bereiches von Zelltrümmern / beschädigten Gewebebestandteilen und der Produktion von Matrixgrundsubstanzen die Grundlagen für alle weiteren Heil- bzw. Regenerationsprozesse gelegt; die weiteren Phasen der Heilung / Regeneration sind vom korrekten Ablauf der ersten Phase abhängig; Eis, zu frühe Mobilisation über die Belastungsgrenze (Schmerz) und verschiedene Medikamente (z. B. NSAID* und kortisonhaltige Präparate)  beeinträchtigen die physiologische Entzündung; s. a. Neurogene Entzündung.

Ausgefüllte Supraclaviculargrube f: Im Seitenvergleich sichtbarer Unterschied; die Grube ist auf einer Seite nicht mehr sichtbar oder aufgeworfen; beim Lymphödem ein Hinweis auf eine mögliche Komplikation*.

Auswickeln nt: Van der Molen (Phlebologe) führte diese Behandlung eines Lymphödems ein. Er benutzte in der ersten Stufe eine unelastische Binde, die er mit maximalem Zug zuerst am Fuß dann langsam ansteigend bis zur Extremitätenwurzel benutzte. Nach der Entfernung der Binde wiederholte er den Vorgang mit einem Gummischlauch. Er benutzte diese Methode ausschließlich bei Beinlymphödemen. Eine Anwendung im Arm lehnte er strikt ab. Ebenso sprach er sich gegen eine Auswickelung unter Narkose aus. Da bei dieser Anwendung Gewebeschäden oder ein Kompartmentsyndrom* auftreten können, und es auch den anatomischen, pathophysiologischen Gegebenheiten und den therapeutischen Vorstellungen widerspricht, gilt dieses Verfahren als obsolet und wird als Kunstfehler gewertet.

Atemgymnastik f: s. u. Thorakal / abdominale Wechselatmung. 

Ätiologie f: Lehre von der Entwicklung, Entstehung z. B. einer Krankheit, Krankheitsursache.

Atrophie blanche f: Umschriebene weiße sichtbare Hautbezirke, welche durch eine arterielle Durchblutungsverminderung  und der Sicherheitsventilinsuffizienz* bei der CVI* entstehen; Vorstufe zum Ulcus cruris venosum*; Funktion und Anzahl der Blutkapillaren werden in diesen Bereichen beeinträchtigt/reduziert; s. a. Chronisch venöse Insuffizienz

Austritt von Plasmaproteinen: à Plasmoproteinaustritt aus dem Blutgefäßsystem.
autakoid adj: Am Ort der Entstehung wirksam (z. B. Gewebshormone).

Autakoide Substanzen f, pl: Substanzen, welche am Ort des Geschehens durch Trauma, Gewebstrauma oder durch Botenstoffe etc. gebildet werden; entfalten auch dort ihre lokale Wirkung; z. B. Prostaglandin, Endothelin, Bradykinin, Serotonin.....

Autochthone Mechanismen der Angiomotorik f: Syn: autonome Mechanismen, Eigenmechanismen, Angiomotorik, Lymphangiomotorik; Selbständige / unabhängige motorische Gefäßaktivität; Erregung eines Angions zur Kontraktion durch: 1. Einen lymphangioneigenen Schrittmacher (6-12 Kontraktionen / min), 2. Den Frank – Starling Mechanismus*, 3. Autakoide Substanzen*, 4. Einfluss des Sympathikus*.

Autologe Lymphgefäßtransplantation f: Eine von Baumeister entwickelte Methode zur Behandlung von Lymphödemen. Es werden aus einer nicht betroffenen Extremität Lymphkollektoren* entfernt. Danach werden sie in die betroffene Extremität transplantiert, um auf mikrochirurgischem Weg lympho-lymphatische Anastomosen* in suffiziente Drainagegebiete herstellen zu können.

Autonome Mechanismen der Angiomotorik f: s. u. Autochthone Mechanismen der Lymphangiomotorik.

 

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