Medizinisches Wörterbuch Lymphologie
Oliver Gültig, Joachim Winter

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Madelung Syndrom nt: Syn: Madelung-Fetthals; Boleroartige gelegentlich schmerzhafte symmetrische Fettablagerung an Hals, Schultern und oberer Thoraxwand; Indikation für ML /KPE.

Makrophag m: Syn: Histiozyt; Entstehen aus Monozyten; üben immunologische und über die Phagozytose säubernde Aufgaben aus; beim eiweißreichen Ödem führen sie die extralymphvasculäre zelluläre Plasmaproteinbewältigung* aus.

Mal, mal präf: Wortteil mit der Bedeutung: schlecht,schädlich, übel.

Malformation f (malformation): Fehlbildung, Missbildung.

maligne adj: lat: malignus bösartig, missgünstig.

Malignes Epitheliom nt: s. u. Karzinom.

Malignes Lymphödem nt: Ödem, welches durch eine Absenkung der bestehenden Transportkapazität* durch einen bösartigen Prozess entsteht / verschlechtert wird; s. a. Zeichen eines raumfordernden Prozesses.

Malignität f: Bösartigkeit eines Tumors, Zeichen eines bösartigen Tumors: infiltrierendes u. destruierendes Wachstum, verstärkte Mitose*, Wachstum und Veränderung bis hin zum Verlust jeder Ähnlichkeit mit dem Ausgangsgewebe.

Malignitätsrate f: Die Bösartigkeit eines Tumors betreffend; Wachstum, Metastasenbildung etc. betreffend.

Malignom nt: Syn: Krebs, bösartige Geschwulst; allgemeine Bezeichnung fürmaligner* Tumor, insbesondere für ein Karzinom*.

Mammaamputation f (mastectomy): à Mastektomie.

Mammakarzinom nt: Syn: Brustdrüsenkarzinom, Brustdrüsenkrebs, Brustkarzinom, Brustkrebs, Carcinoma mammae. der am häufigsten auftretende bösartige Tumor bei Frauen; jede neunte Frau in der BRD erkrankt an Brustkrebs; Rate der unter 30 jährigen steigt an.

Manuelle Lymphdrainage f: Von Vodder entwickelte und in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts eingeführte Behandlungsmethode; fördert die Resorption von Gewebeflüssigkeit und den Abfluss von Lymphe; spezielle abgewandelte Griffe der klassischen Massage; wichtiger Bestandteil der KPE* bei der Behandlung der CVI II und III und des Lymphödems und dessen Kombinationsformen; sollte allerdings zu ihrer Behandlung nicht isoliert angewandt werden.

Mastektomie f (mastectomy): Syn: Ablatio mammae, Brustentfernung, Brustdrüsenentfernung, Mammaamputation; operative Entfernung der Brustdrüse und des angrenzenden Gewebes; wird heute hauptsächlich bei ausgedehnten Tumoren angewandt; wesentlich häufiger sind brusterhaltende Techniken; es gibt verschiedene Formen: 1. Einfache Mastektomie (Ohne Entfernung der axillären LK's* und des Muskulus pectoralis major), 2. Eingeschränkt radikale Mastektomie (Mit Entfernung des Muskulus pectoralis major und der drainierenden LK's), 3. Modifiziert radikale Mastektomie (Mit Erhaltung des M. pectoralis major)

Mastitis f, pl –itiden (mastitis): Syn: Brustdrüsenentzündung, Brustentzündung, mammaentzündung, Mastadenitis; wird unterschieden in Mastitis außerhalb der Stillzeit (Mastitis non- puerperalis) und innerhalb der Stillzeit (- puerperalis); außerhalb der Stillzeit meist eine bakterielle Ursache mit langwierigem oft rezidivierenden Verläufen; Symptome: schmerzhafte Schwellung, Rötung, Druckdollenz oft mit plötzlichem Temperaturanstieg. Bei bakteriellem Befund: Penicilline, Erythromycin.

Matratzenphänomen nt: Panniculopathia oedematicosclerotica; beim Zusammenschieben der Haut entstehendes kugel-/ wellenartige Erscheinungsbild der Haut; entsteht bei der so genannten Cellulitis.

Matrix f: (matrix) Grundsubstanz, Mutterboden, Nährsubstanz;

Matrix, extrazelluläre f: Die extrazelluläre Matrix besteht aus Kollagenen, Glukoproteinen, Glukosaminglycanen, Proteoglycanen und Flüssigkeit.

Matrix, zytoplasmatische f: Besteht aus Grundzytoplasma, Hyaloplasma, glasklares homogenes Grundplasma der Zelle.

Mayr-Diät f: Eine hauptsächlich aus Magermilch und Brötchen bestehende Diätform; wird fälschlicherweise im Naturheilbereich für Lymphödempatienten verordnet; eine diätetische Behandlung ist beim Lymphödem nicht möglich.

Mazeration f (maceration): 1. Aufweichung -, Aufquellung -, Erweichung von Gewebe: 2. Extraktion von einer Substanz durch tagelanges Einweichen der Droge in einer Extraktionsflüssigkeit.

Mechanische Insuffizienz f: Syn: Niedrigvolumen Insuffizienz; wenn durch eine Schädigung / Erkrankung des Lymphgefäßsystems seine Transportkapazität* unter die normale lymphpflichtige Last* sinkt; es entsteht dadurch ein Lymphödem*.

Media f: à Tunica media.

Mediator m (mediator): Syn: Mediatorsubstanz; Unklar definierte Bezeichnung einer von Zellen gebildete Substanz, welche lokal oder im gesamten Körper biochemische / physiologische Reaktionen beeinflusst z. B. biogene Amine, Neurotransmitter, Kinine, Entzündungsstoffe; s. a. Entzündungsmediatoren.

Meige: Bezeichnung für Lymphoedema praecox * und - tardum*.

Melan- f: gr: melas, melanos schwarz; Wortteil mit der Bedeutung

Melaninbildung nt: Durch die stoffwechselbedingte Veränderung bei der CVI II und III erfolgt eine Stimulation der Melanozyten; als Folge wird die einsetzende braune Verfärbung der Haut verstärkt; Erfolgt unter physiologischen Bedingungen hauptsächlich durch Sonneneinstrahlung (Schutzwirkung); s. a. Haemosiderin- und Haemofuscinablagerungen.

Melanom n: (melanoma), Syn: Schwarzer Krebs; zunehmend auftretendes von den Melanozyten ausgehends Geschwulst, seltener an der Schleimhaut vorkommend; hohe Malignität*, häufig an Hautpartien, welche der Sonne ausgesetzt sind (Sonnenbrand).

Menstruationzyklus unabhängige Syndrom nt: Syn: Psychical edema; Permanent vorhandenes generalisiertes eiweißreiches Ödem auf der Grundlage einer Sicherheitsventilinsuffizienz*. Symptome: oftmals schlapp, müde und lethargisch deprimiert; niederer Blutdruck, erhöhte Flüssigkeitsaufnahme (Polydipsie), verminderte Harnausscheidung (Oligurie), Verstopfung (Obstipation), Kopfschmerz und Migräne  bei Wärme oder Orthostastischem Einfluss  können Schwindel (Vertigo), Übelkeit (Nausea), übermäßiger Schweißbildung und quälender Durst hinzukommen; gelegentlich treten, wegen der zum Teil enormen Gewichtszunahme von bis zu 10 Kg, Essstörungen auf (Bulimie, Anorexia nervosa): s. u. Zyklisch idiopathisches Ödem(syndrom)

Metastase f (metastasis): griech: metastasis Veränderung Syn: Metastasis, Tochtergeschwulst; eine Absiedlung von Tumorzellen oder Erregern aus einer primären Erkrankung.

Metastasenbildung f, pl: Ein aktiver Vorgang der Krebszelle; molekularbiologischer Vorgang; Krebszelle bildet lymphangiogenetische* und haemangiogenetische* Faktoren die ihr ermöglicht in das Lymphgefäßsystem zu gelangen bzw. eine arterielle Versorgung (Ernährung) zu erhalten; ein schlechter Zustand des Immunapparates fördert ebenfalls die mögliche Metastasenbildung, s. a. emotionaler Zustand.

Metastasenbildung  durch Manuelle Lymphdrainage: Nach dem heutigen Wissensstand ist eine Metastasenbildung durch die Manuelle Lymphdrainage* nicht möglich; s. a. Metastasierung.

Metastasierung f (metastasis): Syn: Filialisierung; Absiedlung von Tumorzellen aus einem Ausgangstumor; Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Metastasierungswege: 1. Hämatogene Metastasierung (über den Blutweg), 2. iatrogene – (durch eine Operation oder Hohlnadelbiopsie ausgelöst); 3. Intrakavitäre – (direkter Einbruch von tumorösem Gewebe in ein z. B. Organ); 4. Intraluminale – (Kontaktmetastase innerhalb eines Organs); 5. lymphogene – (über das Lymphgefäßsystem); biologische Eigenschaften der Zelle und immunologische Faktoren entscheiden, ob eine Metastasenbildung* erfolgt oder nicht; mechanische  Einflüsse beeinflussen die Metastasenbildung nicht; s. a. Metastasenbildung. 

mikros adj.: griech: micros klein, gering, niedrig

Mikrozirkulation f (microcirculation): Subsummierung der Strömung des Blutes (Kapillaren, Venulen), der interstitiellen Flüssigkeit (prälymphatische Kanäle) und der Lymphe (Lymphsinus) im Bereich der terminalen Endstrombahn*.

Milchbrustgang m: s. u. Ductus thoracicus.

Milroy'sche Krankheit f: s. u. Nonne- Milroy'sche Krankheit.

Mittleres Territorium am Oberarm nt: Kranio-mediale Grenze: Von der vorderen Axillarfalte Linie zur Mitte des Schlüsselbeins; laterale Grenze: Von Mitte Schlüsselbein über den vorderen Deltarand, weiter auf dem lateralen Bizepsrand in die Ellbeuge, mediale Grenze: Von der vorderen Axillarfalte am medialen Bizepsrand entlang in die Ellbeuge.

Mittleres Territorium am Oberschenkel nt: Vom Puls der Arteria femoralis ausgehend: laterale Grenze auf dem Rectus femoris beginnend dem Vastus lateralis folgend bis in die Kniekehle, mediale Grenze dem vorderen Adduktorenrand folgend und eine Handbreit über dem Knie in die Kniekehle; beide Wasserscheiden divergieren glockenartig etwa eine Handbreite über dem Knie.

Mittleres Territorium am Unterarm nt: Von der volaren Handwurzelfläche (Radiale Grenze: Tuberculum  trapezoideum, ulnare Grenze: Os pisiforme) aus bildet sich ein bis zur Mitte des Unterarmes sich verjüngendes schmales Band.

ML: Syn: MLD; Manuelle Lymphdrainage.

MLD: Syn: ML; Manuelle Lymphdrainage.

Mondor'sche Krankheit f: s. u. Endophlebitis obliterans.

Morbus m: lat: morbus Krankheit

Morbus Crohn: Syn: Crohn'sche Krankheit, Enteritis regionalis Crohn, enteritis regionalis, Iliitis regionalis/terminalis, Ileocolitis; Durch ihren multifaktoriellen (immunologischen, genetischen) Charakter gekennzeichnete granulomatöse entzündliche Erkrankung des Dünndarmes evtl. mit Colonbeteiligung; betrifft alle Wandschichten des Darmes, hauptsächlich die unteren Dünndarmabschnitte.

Morbus Ormond: Syn: Ormond'sche Krankheit, Ormond-Syndrom, retroperitoneale Fibrose, Retroperitonealfibrose; seltene idiopathische* fortschreitende Fibrose mit Einmauerung der Harnleiter; führt zu einer Stenose der Harnleiter und zu einer Hydronephrose*; kann zu einem sekundären Lymphödem der Beine und der Genitalien führen.

Morbus Sudeck: à Komplexes regionales Schmerz Syndrom.

Murale Insuffizienz der Lymphgefäße f: Krankhaft erhöhte Fragilität *(Porosität*); bei der Systole der Angione* wird Lymphe in und durch die Gefäßwand gedrückt; Reduktion des Lymphzeitvolumens und Entwicklung eines perilymphvaskulären eiweißreichen Ödems; einsetzende perilymphvasculäre Fibrose* führt zu einem allmählichen und zunehmenden Verlust der Angiomotorik der Lymphgefäße (chronisch irreversible organische Schädigung); kann bei Vitaminmangelzuständen und beim zyklisch-idiopathischen Ödem* beobachtet werden.

Muskellogensyndrom nt: s. u. Kompartmentsyndrom.

Muskelpumpe f: Bei funktionstüchtigen Klappen pumpt die Muskulatur bei einer Kontraktion (Druckanstieg innerhalb der Muskelfaszie) venöses Blut und Lymphe zentripidal, bei Entspannung erfolgt eine Füllung; die Rückflusssteigerung bei Lymphgefäßen erfolgt jedoch nur bei isotonischer Muskelarbeit; eine isometrische Muskelarbeit fördert den lymphatischen Rückfluss nicht; die Funktion ist aber an funktionstüchtige Klappen gebunden; s. a. Haut-/ Muskel-/ Gelenkpumpe, Hautpumpe, Gelenkpumpe.

Mycosis f, pl: griech: mykes Pilz; Syn: Mykose*, Dermale -, Kutane-, Systemmykosen, Pilzinfektion, Interdigitalmykose f: s. u. Mycosis.; eine durch parasitäre Pilze verursacht Infektionskrankheit; es werden Hautmykosen (Dermatomykosen), tiefe Mykosen, Systemmykosen unterschieden; oberflächliche und tiefe Mykosen werden von Dermatophyten, Hefen (Candida [Soor], Trichosporon, Cryptococcus) oder Schimmel/Fadenpilze (Hyphomyzeten) verursacht; oberflächliche Infektionen verlaufen meist symptomarm, tiefe hingegen mit stärkeren Entzündungszeichen.
Beim Lymphödem treten Pilzinfektionen 5 – 6 mal häufiger auf als im normalen Durchschnitt und stellen eine Komplikation dar; über die eventuell entstehenden Hautdefekte (Risse) kann es zum raschen Eindringen pathogener Keime in das immunologisch schwache Gewebe kommen; s. a. Erysipel.

Mykose f: (mycoses) griech: mykes Pilzà Mycosis.

 

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